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Bericht zum Hofer Traumatag am 22.09.2018


Bericht zum Hofer Traumatag am 22.09.2018

Thema: Versorgung schwerverletzter Personen in der Präklinik und der Klinik sowie dabei entstehende Schnittstellenproblematiken mit anderen Fachdiensten (z.B. Feuerwehr).

Am 22 September 2018 fand am Sana Klinikum Hof der 11. Hofer Traumatag statt. Thematisiert wurden dabei die Bereiche der Versorgung schwerverletzter Personen in der Präklinik und der Klinik sowie den dabei entstehenden Schnittstellenproblematiken mit anderen Fachdiensten (z.B. Feuerwehr). Dazu versuchte man ein integratives Übungsformat für alle Beteiligten und somit eine Möglichkeit zur Fortbildung in allen wichtigen Themen bei der Polytraumaversorgung zu schaffen. Anwesend und mitbeteiligt an der Organisation und Durchführung waren auch Schüler, Teilnehmer und eine Lehrkraft der Berufsfachschule für Notfallsanitäter mit Kompetenzzentrum Bayreuth.

Hierbei wurden nach der Einführung und dem Beginn des Tages im Rahmen von Plenarvorträgen zunächst die wichtigsten Schlüsselthemen erarbeitet.

Themen waren:

  • Steuerung der Präklinik
  • Initialentscheidungen im Schockraum
  • Gerinnungstherapie im Schockraum
  • Weichenstellung bei schwerem Schädel-Hirn-Trauma
  • Airway/Breathing Probleme

Danach wurden in Workshops, an denen auch Schüler der BFS für NotSans Bayreuth teilnahmen, die dazugehörigen praktischen Fertigkeiten geübt.

Themen waren:

  • Präklinische Thoraxdrainage
  • Präklinische Narkoseeinleitung und Intubation
  • Präklinisches Reponieren/Schienen/Stabilisieren
  • Präklinische Schmerztherapie
  • Infusionstherapie – inklusive intraossäre Zugänge

Als Höhepunkt der Veranstaltung wurde am Nachmittag ein „reales“ Polytraumaszenario durch das Organisationsteam vom Unfall bis in den Schockraum durchgespielt. Eine Live-Übertragung in den Hörsaal ermöglichte dabei den Teilnehmern die Einsicht, das Diskutieren und Lenken der Schwerverletztenversorgung mit den Teams vor Ort! Ein entscheidender Faktor dabei war, dass der Mime (Teilnehmer eines Ergänzungslehrgangs  zum Notsan aus Bayreuth) nach der Befreiung aus dem Unfall-PKW durch die Feuerwehr durch eine sog. „High-Fidelity-Puppe“ im Rettungswagen ersetzt wurde, an dem dann der Notarzt und das RTW-Team auf Grund der Verletzungen eine Notfallintubation durchführten, eine Thoraxentlastungspunktion mit nachfolgender Bülaudrainage sowie intravenöse Zugänge legen konnten. Das Schockraumteam führte daraufhin dann abschließend noch weitere intrahospitale Diagnostiken und Versorgungsmaßnahmen wie eine schnelle Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (eFAST), das Katheterlegen sowie die Platzierung eines zentralen Venenkatheters am Hals durch.

Hervorzuheben ist, dass besonders die Kommunikationsschnittstellen zwischen den einzelnen Fachkräften und ihrer Zusammenarbeit im Einsatz im Vordergrund standen. An schwierigen Entscheidungspunkten wurde das Szenario dabei immer kurz unterbrochen, um das jeweilige Thema im Hörsaal durch das Auditorium zu diskutieren.

Fazit: Im Hinblick auf die technisch anspruchsvolle PKW-Sicherung und Patientenbefreiung durch die Feuerwehr, der Durchführung invasiver Maßnahmen am Patienten durch den Rettungsdienst oder die möglichst rasche und zielgerichtete Weiterversorgung des Patienten durch das Schockraumteam ist die Idee interdisziplinäre Fachorganisationen zusammen zu bringen und trainieren zu lassen absolut sinnvoll und dringend notwendig! Denn diese benötigen immer direkte und möglichst genaue Absprachen und somit auch ein hohen Koordinationsaufwand, aber fordern auch maximale Konzentration und eine hohe Stressresistenz der Fachdienste! Diese Bereiche können in solchen Szenarien geübt werden und ermöglichen es allen Beteiligten Erfahrungen zu sammeln.

Das grundlegende Ziel, die Kommunikation und das gemeinsame Trainieren von unterschiedlichen Fachdiensten, voranzutreiben und deren fachkompetenten Austausch verstärkt weiter in Gang zu halten, ist gelungen! Auch wenn dabei technische Probleme und organisatorische Hindernisse überwunden werden mussten, konnte festgehalten werden, dass für die Durchführung derartiger Veranstaltungen/Trainings viel Wissenswertes dazu gelernt werden konnte und in Zukunft der Willen bei allen Beteiligten entstanden ist derartige Übungstage weiterhin zu organisieren!

Ein besonderer Dank geht von seitens der BFS für NotSans Bayreuth und mir dabei an das Sana Klinikum Hof sowie Herrn Prof. Dr. Schürmann für die Ermöglichung solch eines Tages und unserer Mitbeteiligung. Ebenso in Bezug auf der doch später zahlreichen und motivierenden Kommunikation und dem Austausch zur Organisation des Veranstaltungstages.

Des Weiteren einen herzlichen Dank an mein „Simulationsteam“ davon besonders hervorzuheben sind:

  • Sebastian Blasczyk (Miteinspieler der High-Fidelity Puppe, Unterstützung Koordination und Organisation Technik/Szenarienablauf)
  • Biller Harald/Lauk Antje (Schwerverletzten-Mime im PKW)
  • Maximilian Horsch (Realistische Unfalldarstellung an Puppe und Mime)
  • Martin Schürmann, später Daniel Spachtholz, Christian Anders und Susanne Meister (RTW 1 und NEF-Besatzung)
  • Den Berufsfachschülern der Klasse 2016 (RTW-Teambesatzungen 2 und 3)

 

Außerdem möchte ich mich für die sehr angenehme und produktive Kommunikation zwischen Michael Masanz (Wachleiter Rehau) sowie Stefan Fricke von News 24 bedanken!

Ich hoffe auf ein baldiges Wiedersehen und wünsche allen eine schöne restliche Woche.

 

 

Matthias Buley, Dozent und Berufsfachlehrer der BFS für NotSans Bayreuth mit KPZ, Rettungsassistent sowie Hauptverantwortlicher des „Simulationsteams“ und Mitorganisator des Hofer Traumatags,  BRK-Bayreuth/Kulmbach, Bayreuth den 10.10.2018.