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InSim2019


Bericht der 3 Veranstaltungstage

Die Berufsfachschule für Notfallsanitäter mit Kompetenzzentrum Bayreuth hat mit Herrn Matthias Buley zum wiederholten Mal die InSim besucht. Das 17te Symposium fand hierzu 2019 in Reutlingen statt, dem Hauptsitz von InPASS.

Tag 1: 10.10.2019

Nach Anreise fand auch schon ein Pre-Course: „Lerntheoretische Grundlagen der Simulation“ (Referent: Dr. med. Oliver Meyer) statt. Ziel dieses Pre-Courses war, grundlegend relevante Lerntheorien der Pädagogik darzustellen. Dadurch soll die Anwendung von Simulationen bewusster und gezielter eingesetzt werden, um Lerninhalte noch besser zu vermitteln. Das am Abend stattgefundene „Get together“ lies weitere zahlreiche nette Gespräche zu.

Tag 2: 11.10.2019

Die InSim 2019 wurde durch Dr. Stephan Prückner (Leiter des INM, Vorstandsmitglied DGSiM) und Dr. Markus Rall (Gründer InPASS, Vorstandsmitglied DGSiM) eröffnet. Herr Prückner ging dabei auf Neuerungen von der DGSiM ein. Herr Rall stimmte anschließend die Teilnehmer mit einem Kurzvortrag „CRM – Neues, Bewährtes und offene Fragen“ auf den nachfolgenden CRM-Workshop in Kleingruppen mit allen InSim-Teilnehmern ein!

Der Kurzvortrag bot nicht viele neuen Informationen, prägend war aber dennoch der bildhafte Vergleich des Störfaktors Stress, nämlich ihn mit einem Schrottschuss auf die „Human Factors“ zu vergleichen. Fakt war und ist, der falsch-hoch empfundene subjektive Zeitdruck in Notfallsituationen innerhalb von Sekunden korrekt reagieren zu müssen, weil sonst Patienten versterben, ist nicht existent. Somit ist immer Zeit für CRM (z.B. In Form von Merksatzanwendungen, Speak-ups, Team-Time-Outs oder dem Stop-Injekt: Check Prinzip). Klar hervorgehoben wurde, dass wir noch intensiver aktiv aus sehr guten Leistungen lernen sollten!

Im „InSim-World-Café“ sollten alle Teilnehmer im gesamten Symposiumsraum sich in 30 Kleingruppen organisieren und parallel die 15 CRM-Merksätze diskutieren. Nach der Bearbeitungszeit sollte ein Wechsel zur nächsten Merksatzgruppe erfolgen.

  • Erste Runde: Was machen Teams, die CRM nicht gut oder schlecht umsetzen?
  • Zweite Runde: Was machen Teams, die CRM gut umsetzen
  • Dritte Runde: Wie sehen Strategien für das Debriefing von CRM in der Simulation aus?
  • Vierte Runde: Ergänzungen der neuen Gruppe zum Thema aus der dritten Runde

Ziel: Allen Teilnehmern einen reichhaltigen Pool von CRM-Verhaltensweisen, Hindernissen und Lösungen zur Verfügung zu stellen, indem die Ergebnisse der Kleingruppen vom Redaktionsteam aufgearbeitet und online für alle zugänglich gemacht werden.

Am Nachmittag begannen die ersten Fachvorträge zu den unterschiedlichsten Themen.

  1. „Fehlendes Situationsbewusstsein (SA = Situation awarness) bei Zwischenfällen – der wichtigste Faktor für Hirnschädigung und Tod – Ergebnisse der Auswertung von Haftpflichtfällen und die Bedeutung für Simulations-Teamtrainings“ von Dr. Christian Schulz (TU München)
  2. „STREAM (Simulation-based Training of Rapid Evaluation and Management for Acute Stroke) – Ergebnisse der klinischen Studie“ von Prof. Dr. Pfeilschifter (Uni-Klinik Frankfurt/M.)
  3.  „Warum bearbeitest du das denn eigentlich im Skills?“ Überlegungen aus bildungstheoretischer Sicht von Marius Rebmann (PH Schwäbisch Gmünd)

Zum Abschluss des zweiten Tages fand dann noch die 5. Ordentliche Mitgliederversammlung der DGSiM von 17-18:30 Uhr statt.

Spannend waren hier neben den Vereinszahlen folgende Punkte:

  • Neue überarbeitete Webseite mit neuem Layout und Funktionen
  • Zahlreiche Arbeitsgruppen, so auch die Arbeitsgruppe Präklinik und Notfallmedizin
  • Erstellung eines DGSiM-Mitgliedslogos zur Werbeverwendung
  • Neue Informationen zur DGSiM Zertifizierung von CRM-Instruktoren: Das Konzept nimmt Fahrt auf und ist in der Ausarbeitung. Sinn dahinter ist, ein einheitliches Level von aktiven CRM-Instruktoren in Deutschland zu etablieren. Angedacht ist, dass nach einer Erstzertifizierung über ein externes Gremium bestehend aus einem speziellen DGSiM-Team, die Rezertifizierungen selber alle fünf Jahre durch eine Zusatzqualifikation an der entsprechenden Institution gemacht werden können. Über Kosten, etc. gab es noch keine weiteren Details.
  • Neues von der AG: Simulation in der NotSan-Ausbildung: Das Konzept zur Etablierung von Simulationstrainings in der Notsanausbildung und Änderung des Curriculums sind weitvorrangeschritten und werden in den Ausbildungskatalog aufgenommen.

Tag 3: 12.10.2019

Um 9 Uhr startete der letzte Tag mit dem Vortrag: „ Kompetenzmessung in der Simulation: Lernzuwachs sichtbar machen – ein Update aus der Wissenschaft“ von Frau Dr. Heininger (TU München/Klinikum rechts der Isar). Nach der Pause wurde ein Bericht vom Pflege-Simulations-Kongress von Herrn Rentrop (Vorstand SimNAT Pflege) vorgetragen.  Anschließend fanden dann wieder Workshopreihen und Kurzvorträge statt. Der von mir vorab gewählte Workshop wurde von InPASS durch Herrn Langewand gehalten mit dem Thema:

„Der Meister hat´s gesagt und trotzdem nix gelernt. Wann funktioniert Lernen und wann nicht?“

Nach der Mittagspause fand noch ein spannender Beitrag zu einer zukünftigen Ausbildungsmethode statt: „Virtual-Reality in der Simulation“ von Herrn Sauter (Inselspital Bern) statt. Das Ende der InSim 2019 deckte eine Posterpräsentation mit Preisverleihung durch die DGSiM ab und ein informeller Vortrag zur DGSiM Zertifizierung für Simulations-Instruktoren.

Letztendlich gingen drei sehr informative, aktive und Netzwerk bildende Tage zu Ende, von denen wir uns als Schulteam viele anschließende Diskussionen und Umsetzungen wünschen.

In diesem Sinne kollegiale Grüße

Matthias